Kurz bevor es drohte ein wenig eintönig zu werden, kamen Dry Cleaning mit ihrem 2022er „Stumpwork“ daher. Die Grundzutaten blieben, schlingernd kunstvoller Post Punk zum Sprechgesang von Florence Shaw, man variierte aber stärker, ließ neue Strömungen zu.
„Secret Love“ (4AD), das dritte Album der Band aus London, heftet sich dort an. Sanfte Veränderungen des Rezepts, mit neuen Teilnehmern, die aber unauffällig bleiben. Cate Le Bon hat produziert, steuert Elektronik bei, die aber nie die Oberhand übernimmt. Jeff Tweedy spielt auf einem Stück Gitarre, das sich aber nicht weiter aufdrängt.
Insgesamt eine Platte, die sehr stimmungsvoll, aber ohne echte Highlights ist. Entstanden ist „Secret Love“ als Gemeinschaftsprojekt und diesen Eindruck nimmt man mit. Es ist, als ob man die Tür zum Proberaum öffnet und dort eine unbehelligt jammende Band erlebt. Sie hat den Hit noch nicht gefunden, spielt aber locker darauf los.
Der typische Sound überall, aber noch ein wenig freier. „Hit My Head All Day“, schöner, fülliger und durchaus absurder Einstieg. Ein Sechs-Minuten-Opener? Dennoch eine kleine Hürde, wenn einem solch umschmeichelnde Musik präsentiert wird.
Toll der Titeltrack, „Evil Evil Idiot“ ebenfalls. Letzterer entfaltet sich so großartig. Wollen wir noch „Rocks“ erwähnen, das ein wenig unruhiger ausfällt.
Dry Cleaning – Secret Love: Stabil und unaufgeregt. – RIFL