Kaum zu glauben, dass der fröhliche Sound von Bananagun auf persönlichen Schicksalsschlägen fußt. So farbenfroh, so psychedelisch geben sich die Australier, so tief sind die Wunden. Man kann es stellenweise auf „Why is the Colour of the Sky?“ (Full Time Hobby) herausschmecken, dass nicht alles bunt ist in der Welt von Bananagun.
Manchmal driften Songs gedankenverloren weg, bieten leicht melancholische Töne an. Dann wohnt ihnen sehr viel Hektik inne. Sowieso, ungemein viele Stolperstellen legen die Australier aus. Kaum ein Song zieht seinen Groove durch. Mühsam und fordernd ist das, passt auch nicht so ganz zum Grundtenor.
Diese Basis ist Sixties Psych. Im Unterschied zum 2020er Debütalbum „The True Story of…“ lehnt man sich deutlicher an Jazz an und schraubt den Rock ein wenig zurück. Dazu gibt es eine ganze Galaxie an Instrumenten, die für vielseitige Jams sorgen. Eine Flöten-Improvisation? Genehmigt. Congas? Jep. Eine Hulusi? Natürlich.
„Children of the Man“ ist herrlich vertrippt, dabei immer recht freundlich und maximal hypnotisch. „Feeding the Moon“ könnte entspannt sein, wird dann aber unruhig. Schade! Besser hier „With the Night“, das ausladend und gefühlvoll ausfällt, auch improvisiert, aber auf dem Boden bleibt.
Auch „Free Energy“ hat einen tollen Groove. Und der abschließende Zweiteiler „Wonder“ ist sowieso überragend. Eine durchaus hörenswerte Platte, die eine Spur zu zerstreut ist.
Bananagun – Why is the Colour of the Sky?: Jazziger Psych mit viel Raum für Experimente – RIFL